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Nach aktuellen Berechnungen des Industrieverbandes SPECTARIS konnten sich die deutschen Hersteller von Augenoptik und Consumer Optics 2021 von den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen. Insgesamt stieg der Umsatz 2021 gegenüber 2020 um 11,4 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro. Der seit 2011 anhaltende Wachstumstrend der Branche, welcher durch die Pandemie kurzzeitig rüde gestoppt wurde, setzt sich damit fort. Auch wenn die Corona-Pandemie Spuren hinterlassen hat, liegt das aktuelle Umsatzniveau immerhin noch um ein Prozent über dem Vergleichswert des Vorcoronajahres 2019.

Das Inlandsgeschäft verzeichnete bei einem Wert von 2,42 Milliarden Euro ein Plus von 8,8 Prozent. Das internationale Geschäft legte um 14,2 Prozent zu, der Auslandsumsatz kletterte damit auf 2,33 Milliarden Euro. Auch bei der Beschäftigtenzahl zeigte sich eine Trendwende. Nach einem leichten Rückgang im Jahr 2020 lag sie 2021 mit rund 20.600 Mitarbeitern um 1,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Nach Einschätzung des Verbandes beschleunigen die Pandemieauswirkungen die ohnehin bereits vorhandene Marktkonsolidierung der Branche.

Foto: SPECTARIS

„Nicht nur als Folge, aber stark beschleunigt durch Corona gewinnt die Digitalisierung von Marketing und Vertrieb immer mehr an Bedeutung, sowohl mit der Zielrichtung Handel und Messen, als auch mit Blick auf die Konsumenten“, betont der SPECTARIS-Vorsitzende Josef May. Dieses Potenzial müsse noch stärker genutzt werden. Positiv: Die Augenoptik ist gleichermaßen eine Gesundheits- wie Lifestyle-Branche. Ihre Systemrelevanz erlaubte es, dass alle Augenoptikergeschäfte auch während der Pandemie weitestgehend geöffnet bleiben konnten. Auch die Beratung wird dabei zunehmend technischer, wobei sogar Künstliche Intelligenz (KI) Einzug hält. So wird die KI zum Beispiel Netzhauterkrankungen früher erkennen lassen und mehr praktische Unterstützung bei der Auswahl der richtigen Brillenfassung für das eigene Gesicht bieten.

Die Erwartungen der Unternehmen an das laufende Jahr sind verhalten optimistisch. „Trotz der aktuellen Fortschritte beim Kampf gegen Corona birgt die Pandemie nach wie vor Risiken. Zudem können die stark steigenden Lebenshaltungskosten die Konsumlaune der Verbraucher eintrüben. Hinzu kommen neue Unsicherheiten aufgrund des Ukraine-Krieges sowie der übrigen geopolitischen Umwälzungen“, betont May. „Dennoch stellt sich die Branche auf weiteres Wachstum ein: Brillen und Kontaktlinsen geben ein hohes Maß an Komfort und Lebensqualität zurück, sind als modische Accessoires längst etabliert. Der demographische Wandel ist im vollen Gange, auch immer mehr junge Menschen werden kurzsichtig. Wir erwarten außerdem, dass Fehlsichtigkeiten aufgrund von mehr Homeoffice-Arbeit mittelfristig frühzeitiger auffallen und weiter ansteigen werden.“

Für 2022 rechnet die deutsche augenoptische Industrie mit einem Plus von etwa vier bis fünf Prozent, getragen von einer gleichermaßen positiven Entwicklung im Inland wie beim internationalen Geschäft. Positiv stimmt die Erwartung hinsichtlich der Beschäftigten, die mehrheitlich von einer unveränderten oder sogar steigenden Mitarbeiterzahl ausgeht.

Text: SPECTARIS