Rosemarie Frühauf (rechts) bleibt OPTIC+VISION und ihrer Nachfolgerin Janike Dombrowsky (links) als Beraterin erhalten Foto: Janike Dombrowsky

OPTIC+VISION bekommt eine neue Chefredakteurin: Zum 1. Oktober 2021 übernimmt die junge Kommunikations- und Marketingspezialistin Janike Dombrowsky die Leitung über die redaktionellen Inhalte und macht unser Outside-the-box-Magazin noch ein Stückchen jünger. Hier möchten wir „die Neue“ unseren Leserinnen und Lesern persönlich vorstellen.

OPTIC+VISION: Was fasziniert dich an der augenoptischen Branche?

Das sind sehr viele Aspekte – und dies hat auch mit meiner eigenen Betroffenheit zu tun. Ich war schon als Kleinkind sehr fehlsichtig und auf eine Brille angewiesen. Deshalb habe ich am eigenen Leib erfahren, wie die Optik Menschen hilft, Lebensqualität zurückzugewinnen oder weiterhin zu gewährleisten. Ganz egal , ob man kurz- oder weitsichtig, alterssichtig oder von Geburt an sehschwach ist: Ich persönlich bin heilfroh, dass die Augenoptik uns allen so viele Möglichkeiten gibt, die Welt besser wahrzunehmen!

Seit wann hast Du eine Brille gebraucht?

Schon seit meinem zweiten Lebensjahr. Ich habe eine Brille getragen, solange ich denken kann und bin deshalb geradezu mit ihr verwachsen. Ich kenne mein Leben gar nicht ohne und fühle mich nackt, wenn ich die Brille mal nicht aufhabe. Kontaktlinsen kamen bei mir wegen verschiedener Faktoren nicht in Frage. Meine extrem hohen Dioptrien, die ich als Kind und noch im Teenageralter hatte, haben sich jedoch kontinuierlich verbessert, jetzt bin ich nur noch bei + 1,5 . Und für die Korrektur meiner starken Hornhautverkrümmung bin ich meinen Optikern und Augenärzten echt dankbar!

Welche Rolle spielt für Dich der Besuch beim Optiker?

Eine große! Denn der Besuch beim Optiker ist für mich immer etwas Spannendes. Und weil meine Familie ein kleiner Club von Fehlsichtigen ist, war für mich der Besuch beim Optiker schon immer eine Familientradition. Noch heute gehe ich zweimal pro Jahr mit meiner Mutter zum Optiker. Dann lassen wir unsere Sehstärke überprüfen und beraten uns gegenseitig, welche Brillen uns stehen. Das heißt, wir haben aus unserem Sehproblem ein Lifestyle- und Wellness-Ritual gemacht! Und wenn ich dann eine neue, tolle Brille gefunden habe, kann ich es natürlich kaum erwarten, sie abzuholen.

Das heißt, ihr seid Mehrbrillen-Trägerinnen aus Überzeugung?

Genau!

Wie viele Brillen trägst Du?

Aktuell besitze ich fünf Brillen in meiner Sehstärke. Und ich habe noch einige alte Modelle in der Schublade, die korrektionstechnisch wie modisch nicht mehr stimmen.

Bei so viel Begeisterung hättest Du das Zeug zur Optikerin gehabt! Warum bist du stattdessen zum Schreiben gekommen?

Das liegt daran, dass Sprache und Kommunikation mich schon immer sehr fasziniert haben. Seitdem ich lesen und schreiben kann, habe ich Bücher verschlungen und mir eigene Geschichten ausgedacht. Mich fasziniert bis heute, wieviel man mit Worten erreichen kann. Man kann den Leser mehr als nur informieren – ein guter Autor kann den Leser geradezu mitreißen. Und gerade im journalistischen Bereich bleibt eine gute Reportage jahrelang im Gedächtnis und gibt einem das Gefühl, selbst vor Ort gewesen zu sein.

Da ich selbst bereits Kurzgeschichten und Gedichte verfasst und sogar einen Roman begonnen habe, ist einer meiner größten Träume, selbst einmal ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. Wenn ich nun für OPTIC+VISION schreibe, komme ich diesem Traum ein großes Stück näher. Diese Arbeit ist eine große Chance, meine Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf zu machen.

Was hast Du studiert?

Ich habe Kommunikationsmanagement studiert, um mich sozusagen für die Zukunft fit zu machen. Denn dieser Studiengang beinhaltet tiefgehendes Knowhow zum Thema Marketing, BWL und digitale Möglichkeiten. Durch meine Arbeit für OPTIC+VISION kehre ich nun wieder zu meinen journalistischen Wurzeln zurück, die mich dahin gebracht haben. Ich freue mich darauf, unser kreatives Magazin mit Inhalten zu füllen, die den Leser begeistern, statt nur zu informieren.

Lass uns nochmal über Brillen sprechen. Hast Du in puncto Design eine besondere Vorliebe? Da draußen gibt es unglaublich viele Brillen, die Otto Normalverbraucher nie zu Gesicht bekommt, weil sie nur in wenigen exklusiven Optikläden oder Weltmetropolen zu haben sind …

Jetzt mal abgesehen von abgefahrenen Designs finde ich es erstaunlich, wie stark bereits eine normale Brille den Charakter des Menschen ausdrücken und sein Image prägen kann. Eine Brille macht einfach den Look komplett. Mit meiner unauffälligen , schwarzen Bürobrille fühle ich mich ganz anders, als mit meiner auffälligen, roten Brille. Jedes Modell gibt dir ein anderes Tragegefühl und du hast jeden Tag die Chance, jemand anderes zu sein. Deshalb ist eine Brille für mich ein Schmuckstück und ein Lebensbegleiter, den ich mir immer passend zu meiner Stimmung aussuche. Und ich finde es gut, wenn Brillenträger auch mal mutig sind und sich zum Beispiel trauen, Farbe oder ausgefallene Formen zu tragen. Man lebt schließlich nur einmal! Brillen sind heutzutage nicht mehr Stigma, sondern coole Hingucker. Und deshalb freue ich mich ganz besonders darauf, mit OPTIC+VISION in die Welt der Designerbrillen einzutauchen.

Was hast Du für ein Verhältnis zur Technik und zum digitalen Wandel?

Ich kann mich tatsächlich noch an eine Welt ohne Smartphone erinnern und an Treffen, wo man einfach bei Freunden an der Haustür geklingelt hat, statt eine Nachricht zu schreiben. Das heißt, ich bin der Generation nach ein Digital Native, sehe beim digitalen Wandel aber die beiden Seiten der Medaille. Der digitale Wandel bringt uns viele Möglichkeiten in Kommunikation, Medizin, Forschung, aber er erfordert auch einen wachen und bewussten Umgang. Aus eigener Beobachtung weiß ich, wie abhängig wir uns von der Technik machen können – in einer Weise, dass sie bereits zwischenmenschliche Beziehungen beeinträchtigen und sogar zerstören kann. Das ist der Punkt, an dem wir wachsam sein sollten! Und trotzdem freue ich mich regelmäßig, dass ich mitten in der Landschaft Google Maps nach dem Weg fragen oder auf einer Zugfahrt meine Lieblingsserie anschauen kann.

Wo siehst du für eine traditionelle Branche wie die Optik die Herausforderung im digitalen Wandel?

Es ist das gleiche Thema wie bei allen anderen Branchen: Die Menschlichkeit darf nicht verloren gehen. In einen Brillenladen zu gehen und die Modelle nicht nur anzuschauen, sondern auch anzufassen und auszuprobieren, lässt sich nicht durch Technik ersetzen. Ich lege selbst viel Wert auf persönlichen Kontakt und darauf, von einem Optiker beraten zu werden. Deshalb würde ich niemals eine Brille online kaufen. Optiker können die Brille feinjustieren, ich als Kundin kann Fragen stellen, wenn ich ein Problem habe … all das kann Technik nicht hundertprozentig ersetzen. Für die Augenoptik wird es entscheidend sein, Chancen des digitalen Wandels zu ergreifen und gleichzeitig ihre Werte hochzuhalten.

Ich denke, dass problematischste Zukunftsszenario wäre eine „Zweiklassen-Augenoptik“, in der ein Normalverbraucher alles Mögliche per KI angepasst bekommt und nur noch Kunden von echten Menschen beraten werden, die bereit oder in der Lage sind, viel Geld auszugeben. Damit genau das nicht passiert, werde ich in OPTIC+VISION über die großen Zukunftstrends der Augenoptik berichten und meine Leser mit Outside-the-box-Inspiration versorgen.

Das Interview führte Rosemarie Frühauf.

Kontakt mit unserer neuen Chefredakteurin können Sie aufnehmen unter:

j.dombrowsky@mgo-fachverlage.de