Diskussion über den “Online-Sehtest” vs. Online-Refraktion beim Spectaris Trendforum. Foto: Spectaris

Das erste rein virtuelle Augenoptik-Trendforum überzeugte durch starke Vorträge und Anregungen für das Geschäft der Zukunft. Redner wie Ranga Yogeshwar zeigten digitale Stellschrauben für die Branche auf.

Rein digital und doch vor Ort: Corona verpasste dem Trendforum in diesem Jahr ein völlig neues Erlebnis. Per Live-Stream konnten die Zuschauer das Augenoptik-Event vor ihrem heimischen Bildschirm, vom Arbeitsplatz aus oder von unterwegs verfolgen. Gesendet wurde aus der unverwechselbaren Kulisse der Berliner Classic Remise, wo hochkarätige Redner ihre Impulse zu zu Trends und Chancen für die Branche mit dem Publikum teilten. Der Tag stand dabei im Zeichen der gesellschaftspolitischen Veränderungen, die sich aus den Folgen der Pandemie und der voranschreitenden Digitalisierung ergeben.

„Es wird eine große Zeit“: Mit diesen Worten schloss der beliebte Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator Ranga Yogeshwar seine Keynote. Per Live-Video zugeschaltet, steuerte er den wissenschaftlichen Rahmen zu neuen digitalen Möglichkeiten in der Medizin, der Gesellschaft und natürlich der Augenoptik bei: „Künstliche Intelligenz wird phänomenale Auswirkungen auf die Medizin haben, auch auf die Augenoptik-Branche.“ Die prognostizierten „Diagnosemöglichkeiten von daheim per App“ stießen bei den fleißig in Echtzeit im Chatraum mitdiskutierenden Zuschauern auf viel Anklang.

Durch das Programm führte in diesem Jahr erneut der langjährige Medienprofi und bekannte Fernsehmoderator Wolfram Kons, der mit dem SPECTARIS-Vorstandsvorsitzenden Josef May das Trendforum einleitete. May stimmte direkt auf den dominierenden Trend der Augenoptikbranche ein: „Die Prozesse der Digitalisierung werden unsere Branche grundlegend verändern. Mit der momentanen Pandemie beschleunigt sich ein solcher Prozess und offenbart gleichzeitig auch die möglichen Stärken und Schwächen.“ Den effektiven Umgang mit der Digitalisierung sieht May vor allem durch symbiotische Elemente: „Online informieren und offline kaufen, wird das Credo für Handel und Industrie sein.“

„Modern, sinnvoll und planbar“: Mit dem nötigen mentalen Workout, um sich für die neuen digitalen Möglichkeiten fit zu machen, ging es unter Anleitung der Hamburger Branchenexperten Lutz Jurkat und Dominic Scheppelmann weiter. Beide, seit 20 Jahren mit ihren Agenturen 2do SPOTLEIT und 2do digital erfolgreich in der Branche unterwegs, stiegen mit ihren Praxistipps gleich voll ins Digitale: Sei es die Online-Terminvereinbarung für Augenoptiker, kreative Online-Eventideen oder die richtige Nutzung des unternehmenseigenen Social-Media-Kanals über Facebook, Instagram und Twitter.

Wie man sich nicht nur digital, sondern auch mental gegen eine Krise wappnet, zeigte Erfolgs- und Motivationstrainer Jörg Löhr in seinen beiden Vorträgen: „Bei Krisen nie den Rahmenbedinungen die Schuld geben, sondern immer nach Lösungen suchen.“ Dabei vermittelte er die Kraft des Optimismus als entscheidenden Qualitätsfaktor für die eigenen Ergebnisse. Sein Credo zur Selbstmotivation: Durch eine Erhöhung der eigenen Ansprüche soll man bremsende Überzeugungen in ermutigende verwandeln.

Dass große digitale Entwicklungen in der Augenoptik keine ferne Zukunftsmusik mehr sind, zeigte sich in einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Online-Sehtest. Zuverlässig über ein Smartphone durchführbar, wurde der als „Gamechanger“ gehandelte Online-Sehtest auch prompt im Zuge der Diskussion von Thomas Rützel, Geschäftsführer der Fielmann Ventures, bis zum Ende des Jahres angekündigt.

Wie die voranschreitende Digitalisierung nicht nur die deutsche Augenoptik-Branche, sondern auch unsere gesellschaftlichen Umgangsformen grundlegend verändert, beschäftigte den Journalisten und Buchautor Hajo Schumacher in seinem Einwurf besonders. Seit der ersten Stunde hat er die Digitalisierung als Journalist und Nutzer begleitet und warnt: „Wir beten die digitale Welt viel zu unkritisch an“. Mit neuen intelligenten Strategien im Umgang mit der Digitalisierung zeigte Schumacher einen Weg auf, wie sich „Schritt für Schritt die Kontrolle über das wirkliche Leben zurückerobern lässt“.

Im Doppelpass mit Wolfram Kons blickte abschließend Sportmoderator Marcel Reif auf ein bewegtes Leben zurück, wodurch das Corona-Trendforum zum Ende hin kaum noch von einer Samstagabend-Fernsehshow zu unterscheiden war.

Trotz der für alle Beteiligten ungewöhnlichen Situation in diesem Jahr zieht SPECTARIS Vorstandsvorsitzender Josef May eine positive Bilanz. „Ein digitales Trendforum kann das von uns allen so geschätzte Netzwerk-Treffen natürlich nicht ersetzen, das ist auch nicht unser Anspruch. Aber es macht uns sehr glücklich, dass so viele unserer Sponsoren-Kolleginnen und Kollegen und große Teile der Branche uns die Treue gehalten und sich dieses Jahr auf ein solch besonderes Experiment eingelassen haben. Das hat unsere Augenoptik-Community zusammengehalten. Aber am Wichtigsten: Auch dieses Jahr konnten wir ein richtig tolles und vielseitiges Programm bieten, das unsere Zuschauer mobilisiert und begeistert hat.“

Alle Vorträge können bis Ende des Monats von allen Teilnehmer*innen noch einmal kostenlos als Stream angeschaut werden. Zusätzlich haben Interessenten die Möglichkeit, sich unter www.spectaris-trendforum.de für 49 Euro ein Ticket hierfür zu buchen.