Foto: Stock Adobe / Alexander Limbach

IPRO-Geschäftsführer appelliert: Wer morgen noch dabei sein will, muss handeln

Augenoptiker und Hörakustiker haben nicht mehr die Wahl, sich der Digitalisierung öffnen zu wollen oder nicht. Ob es digitale Prozesse sind, die dafür sorgen, dass ihre Kerntätigkeiten rentabel bleiben oder ob es darum geht, immer krasseren Anforderungen der Finanzverwaltungen gerecht werden zu können: Ohne Schnittstellen in die digitale Welt lässt sich heute kein Unternehmen mehr führen. Wer da einen Partner wie IPRO an seiner Seite hat, der den Entwicklungen nicht hinterherhinkt, sondern es immer wieder schafft, sie im Interesser seiner Anwender mitzuprägen, kann froh sein. Wie sehr sie dieses Engagement schätzen, machten viele Besucher am IPRO-Stand auf der OPTI deutlich. Den Medienvertretern erklärte IPRO-Geschäftsführer Martin Himmelsbach beim traditionellen Pressegespräch in konzentrierter Form, mit welchen Projekten er und sein Team dafür sorgen wollen, dass die mittelständische Augenoptik und Hörakustik auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) wettbewerbsfähig bleiben.

Um deutliche Worte ist Martin Himmelsbach bekanntermaßen nie verlegen. Aber so plakativ kommen sie selten daher. Ehe er auf die vielen schönen Produktinnovationen zu sprechen kam, die IPRO auf der Messe präsentieren konnte, kam das Grundsätzliche:

„Mein Appell lautet: Ihr müsst jetzt springen, nehmt die Digitalisierung in Eure Hände und macht was draus! Ich sage das so deutlich, weil wir ein Jahr hinter uns haben, in dem ein Viertel der augenoptischen Fachbetriebe den Eigentümer gewechselt haben. Leider oft ohne, dass diese Gelegenheit zur digitalen Neuorientierung genutzt wurde. Und es war ein Jahr, in dem einige Allianzen geschmiedet wurden, die wir nur schwer verstehen können. Da sind Formen der Konzentration im Gange, denen ein mittelständischer Augenoptiker nicht einfach so zusehen kann.“

Doch vor allem beim Blick auf den Zustand der Prozessdigitalisierung sehe er in den wenigsten Betrieben Anlass zur Freude. Dabei habe der Augenoptiker – oder Hörakustiker – längst nicht mehr die Wahl.

„Die Rolle, die KI in der Refraktion künftig spielen wird, könnte den traditionell arbeitenden Optiker ordentlich durchschütteln. Es sei denn, es gelänge ihm, eine Antwort auf die Drive-to-Store-Modelle der Großen zu finden, über die in Deutschland im vergangenen Jahr bereits 180.000 Brillen verkauft wurden.“ Das aber sei erst der Anfang – und der Hauptzweck sei es, große Menge von Daten zu sammeln. „Wenn die KI-Maschine die Chance bekommt, Millionen von Refraktionen und Brillenverkäufen auszuwerten, wird die KI bald mehr über den Kunden wissen, als er selbst“, ist sich Himmelsbach sicher. „Deshalb müssen wir jetzt deutlich sagen: Gebt Euch einen Ruck! Nutzt alle Informationen, die Ihr bekommen könnt.“ Eine Entwicklung, die Hoffnung mache, sei die immer deutlicher werdende Annäherung der Augenoptik und der Hör-akustik. „Die Dynamik, mit der die Branchen zusammenwachsen, ist enorm. Überall machen Optikermeister noch ihren Hörakustikermeister, hier reagieren die Mittelständler mal schneller auf einen Trend, den die Großen gesetzt haben, als das in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.“

Neue Produkte konkret

IPRO versteht sich – wie man es von einem Marktführer erwarten darf – als „Flächenanbieter“, dessen Produkte ein großes Spektrum abdecken. Abgesehen von den Basisprogrammen und den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Features entscheidet jeder Kunde selbst, welche Tools er nutzen will; kaum einer wird das gesamte Spektrum einsetzen. „Auch auf dieser OPTI müssen wir wieder einige erzwungene Entwicklungen vorstellen“, erklärt Himmelsbach. „Im Zusammenhang mit der neuen Lösung für die Kassensicherheitsverordnung kann man eigentlich nur sagen: Es ist schade, dass dieses Land in den Finanzministerien so schlechtes Personal hat. Man könnte so etwas schlanker, besser, freundlicher machen, aber es entscheiden Leute, die keine Ahnung haben.“

Selbstverständlich entspringen nicht alle Produktneuheiten solchen Ärgernissen. „Wir haben uns wieder ausführlicher mit dem Thema Contactlinse beschäftigt und stellen nun ein neues professionelles CL-Paket vor, das alles abbildet, was sich im Bereich der multifokalen CL tut und mit den großen Datenmengen zurechtkommt“, so Himmelsbach. Noch einmal entschieden gepusht wurde der Webshop www.brillen-online.de, mit dem Interessenten und Kunden nicht zum Online-Kauf verführt, sondern zum Besuch des realen Geschäftes des jeweiligen Betreibers animiert werden.

Auch die Familie der PASKAL-3D-Anwendungen freut sich über hochkarätigen Zuwachs: Das neue Nahglasbestimmungs-Modul PASKAL N löst endgültig die alten Pappe-Tafeln ab, die der Kunde bisher vorgehalten bekam. Nun werden iPads eingesetzt, die nicht nur eine Reihe innovativer Tests anbieten, sondern auch automatisch die Entfernung zwischen Auge und iPad messen und verarbeiten.

Um ein Geschäftsfeld, mit dem britische Kollegen längst viel Geld verdienen, auch hierzulande zu erschließen, wurde mit MyEyeTrainer eine Applikation für das Visualtraining entwickelt. „Meine britischen Kunden sagen: Bei mir verlässt kein Kind mit einer Brille die Praxis ohne Visualtraining. Tatsache ist, dass die kleinen Patienten davon ebenso profitieren wie die mittelständischen Optometristen, die damit den großen Ketten ein bisschen mehr entgegenzusetzen haben“, sagt Himmelsbach. „Visualtraining könnte auch für die deutschen mittelständischen Optiker eine Chance sein, sich abzuheben.“

Innovationsjam mit Publikumsvotum und werben um „Early Birds“

Ein für IPRO typisches Spektakel war der Innovationsjam am Freitagnachmittag. Martin Himmelsbach hatte den Geschäftsführer der 2do digital GmbH, Dominik Scheppelmann, eingeladen, um gemeinsam die Idee einer neuen digitalen Kundenkarte als App für alle Smartphone-Betriebssysteme vorzustellen. „Am Konzept für ein solches Gate für alles rund um Augenoptik und Hörakustik haben wir fünf Jahre lang gearbeitet“, erklärte Himmelsbach. „Jetzt glauben wir, ein Konzept zu haben, das alles leisten kann, was wir haben wollten.“ Man habe die Idee einigen Anwendern vorgestellt und die Resonanz sei unglaublich gut. Jeder Anwender, der den (noch zu programmierenden) neuen winIPRO-Baustein erwirbt, kann für seine Kunden „Token Codes“ generieren, mit denen diese die kostenlose App freischalten. Vom Brillen-, CL- und Hörgerätepass über Chats in CL- und Hörgeräte-Clubs bis zur Kommunikation und Terminkoordination zwischen Optiker bzw. Hörakustiker und Kunden soll sich alles über die App abwickeln lassen. Deren Name steht übrigens noch nicht fest: Zur Auswahl gestellt wurden SINNO und TIK – die Standbesucher durften abstimmen. Noch wurde das Ergebnis nicht bekannt gegeben. Klar ist aber, dass, wer sich als „Early-Bird-Anwender“ registrieren lässt, nicht nur die erste Rechnung bekommt, sondern auch zu den ersten Anwendern gehören wird.


Über IPRO
Augenoptikern und Hörakustikern stets die beste Software, den besten Support und den besten Service bieten zu können – daran arbeitet IPRO seit über drei Jahrzehnten mit großem Erfolg. Der konkrete Nutzen der Anwender stand und steht dabei im Mittelpunkt. Wer IPRO an seiner Seite weiß, bewältigt die digitalen Herausforderungen bravourös. Soft- und Hardware, Support und Services aus einer Hand – das bedeutet heute, dass sich IPRO-Anwender ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Um ihre EDV kümmern sich inzwischen über 50 ebenso innovative wie verlässliche Entwickler und Berater. Als Partner des Marktführers, meint IPRO, sollen Tausende von Augenoptikern und Hörakustikern in bisher elf europäischen Ländern von dieser herausragenden Position umfassend profitieren.