Foto: Essilor

 

Fünf Nepalesinnen haben als erste rein weibliche Expedition den Mount Everest bezwungen, um ihren Landsfrauen Mut zu machen: Sie setzten ein Zeichen für Gleichberechtigung und gegen moderne Sklaverei und Menschenhandel, die in Nepal weit verbreitet sind. Auf dem höchsten Gipfel der Welt nahmen sie ein Essilor-Fähnchen mit – als Dank an ihren Sonnenbrillen-Sponsor.

„Ich muss den Everest besteigen, damit die Leute auf mich hören“: Schon im Mai 2017 hatte die Nepalesin Kanchhi Maya Tamang den Mount Everest erklommen – als erste Frau ihrer Volksgruppe und als erster Mensch, der dies für ein soziales Anliegen tat. Damals setzte sie ein Zeichen gegen moderne  Sklaverei und Menschenhandel, unterstützt von UN Women Nepal: „Wir sind Menschen, kein Eigentum“ stand auf der Fahne, die Maya auf 8848 Meter Höhe entrollte. Sie selbst war Opfer von Menschenhandel gewesen und nach Indien und Ägypten verschleppt worden, bevor sie durch Flucht entkam. Weil jedes Jahr tausende Nepalesinnen Ähnliches erleiden, war es Mayas Herzensanliegen, mit einer Everest-Expedition auf das Problem aufmerksam zu machen. Denn dann würden ihr die Medien zuhören. Der Plan ging auf und sogar Reuters berichtete ausführlich über ihre Mission.

Als Maya diesen Frühling wieder loszog, um das Dach der Welt zu erklimmen, war das mediale Interesse von Anfang an groß. Schon als ihr 20-köpfiges Team zur Vorbereitung einen Fünftausender bestieg, berichteten Nepals Zeitungen. Und diesmal waren sie alle Frauen, von der Bergführerin bis zur Köchin. Dies sollte ein Zeichen setzen, dass Nepals Frauen stark vom Bergsport und dem Tourismus-Sektor profitieren können – und sich zutrauen sollten, auf diesen Gebieten eine Rolle zu spielen. Es war auch ein Wink an Nepals Väter, Brüder und Ehemänner, ihren Töchtern, Schwestern und Frauen Großes zu erlauben und zuzutrauen.

Im Mai erreichten sie dann zu fünft den höchsten Gipfel der Welt, hatten extreme Kälte, Sauerstoffmangel, Unterdruck und extreme Sonnenstrahlen besiegt: „Wir fühlten uns,  als ob wir den Himmel erreicht hätten; wir fühlten uns wirklich, wie im Himmel”, sagten sie über die phänomenale Aussicht von der Spitze. Mayas  Mitstreiterinnen kamen aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen Nepals und hatten sich monatelang intensiv vorbereiten müssen, auch wenn einige von ihnen selbst Sherpa sind und in den Bergen aufwuchsen. Sie alle kletterten für mehr Selbstbewusstsein, Chancen und Bildung für Nepals Frauen.

Frauen am Mount Everest

Obwohl sie so nahe am Himalaya leben, haben Nepals Frauen den Bergsport bisher meist den Männern überlassen. Vor der diesjährigen Mission waren nur 25 Frauen bekannt, die den Gipfel des Mount Everest erreichten. Als erste hatte es die Japanerin Junko Tabei 1975 geschafft. Die erste Nepalesin, die den Gipfel erklomm (Pasang Lhamu Sherpa), verunglückte tödlich beim Abstieg wegen eines plötzlichen Wetterwechsels. Das war 1993 gewesen.

„Ja es ist sehr riskant. Aber wenn wir wirklich wollen, ist nichts unmöglich“, sagt Kanchhi Maya Tamang nun in einem bewegenden Youtube-Video. „Am Ende ist dies nicht nur mein Erfolg, sondern der jeder nepalesischen Frau. (…) Wir müssen unser Selbstvertrauen erhalten, denn dann kann es uns sogar in Nepal besser gehen.“  Bei ihrer ersten Everest-Besteigung hatte Maya die mediale Aufmerksamkeit direkt auf das Thema Sklaverei gelenkt, dass in ihrer Region ein sehr brennendes ist. Denn im Entwicklungsland Nepal sind viele Familien bitterarm, was junge Menschen leicht zu Opfern macht.

Moderner Sklavenhandel

Laut Nepals Nationaler Menschenrechtskommission wurden im Jahr 2014/15 rund 9.500 Menschen vor Menschenhändlern gerettet, ein Anstieg von fast 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aktivisten halten diese Zahlen nicht aussagekräftig und weit untertrieben. Denn besonders nach den zwei schweren Erdbeben, die Teile Nepals im Jahr 2015 verwüsteten,  stieg die Gefahr, dass Notleidende auf kriminelle Netzwerke hereinfallen, die ihnen ein besseres Leben im Ausland versprechen.

Der Deutschlandfunk beschrieb das schmutzige Geschäft wie folgt: Vermittlungsagenturen versprechen jungen Menschen Arbeit in den Golfstaaten oder Malaysia. Wer es sich leisten kann, zahlt bereitwillig die Gebühr, in der Hoffnung, im Ausland gutes Geld zu verdienen. Männer werden dabei typischerweise als Bauarbeiter, Frauen als Haushaltshilfen angeheuert. Doch fast nie entsprechen die Angebote der Wahrheit. Die meisten Frauen finden sich in Bordellen im benachbarten Indien wieder, oder werden als Arbeitssklavinnen nach Nahost oder Malaysia verkauft. Sexuelle Ausbeutung ist auch hier häufig an der Tagesordnung.  Erschütternd ist, wie oft Verwandte an dem Menschenhandel beteiligt sind, da dabei viel Geld fließt: Der durchschnittliche Monatslohn in Nepal beträgt rund 50 Euro, in ländlichen Gegenden, wo man von eigener Landwirtschaft lebt, ist er noch geringer. Vor diesem Hintergrund sind 900 bis 1800 Euro, die ein Schlepper pro Frau verdienen kann, ein Vermögen. Polizei und NGOs schätzen, dass pro Jahr mindestens 7.000 bis 15.000 Mädchen und Frauen ins Ausland verschleppt werden. Die tatsächlichen Zahlen liegen jedoch völlig im Dunkel.

Mayas Geschichte

Kanchhi Maya Tamang stammt selbst aus einem Dorf in Nepals zentralem Bezirk Sindhupalchowk – einer Hochburg des Menschenhandels. Die heute 29-jährige wurde zuerst nach Indien und dann nach Ägypten verschleppt, wo sie sechs Jahre lang als Haushaltshilfe Sklavenarbeit verrichten musste. Sie bekam keinen Lohn und erlitt Beschimpfungen und seelische Grausamkeit ihres Arbeitgebers. Schließlich gelang es ihr, zu fliehen und nach Nepal zurückzukehren.

Seitdem engagiert sie sich für die Frauen und Mädchen ihrer Region, damit diese bessere Bildung und mehr Chancen bekommen – und „ein Umfeld, in dem sie ihr volles menschliches Potenzial entfalten können“, so Maya. Für sie ist klar: Das Verschleppen von jungen Frauen ins Ausland muss aufhören. Sie haben andere, bessere Chancen verdient. Gerade der Klettersport und der damit verbundene Tourismus könnten in Nepal auch für Frauen ein erfolgversprechendes Betätigungsfeld sein. Das hat Maya nun mit ihrer neuen Everest-Tour gezeigt. Durchgeführt wurde die „Women Empowerment Everest Expedition 2018“ vom Trekking-Anbieter Sherpa Sheperds, der auf Himalaya-Expeditionen spezialisiert ist. Die Sherpa Sheperds kündigten an, für ähnliche soziale Zwecke weitere spektakuläre Abenteuer sponsern zu wollen. Als Co-Sponsor trat ESSILOR® Sun Solution™ auf, um die Bergsteigerinnen mit Sonnenbrillen auszustatten, die sie unter den extremen Bedingungen bestmöglich schützen. Zum Einsatz kamen NXT Varia Sun Lenses in Fassungen von Julbo Eyewear.

Foto: Essilor

NXT®Varia™ von Essilor Sun Solution  – Photosensorische Kontrolle auch bei starker Kälte

Das NXT®-Material von Essilor Sun Solution ist ein spezielles Polymer für Sonnenbrillen, das die optische Klarheit einer Minerallinse mit der Leichtigkeit und Stoßfestigkeit einer organischen Linse verbindet. Bei der NXT® Varia™ sind photochrome Moleküle direkt in die Polymermasse eingebettet, wodurch sich das Glas perfekt an die jeweilige Sonneneinstrahlung und die Umgebung anpasst. NXT® Varia™ gibt es in zwei Versionen: Als Varia™ Driving für Autofahrer und als Varia™ Winter Sports, die auch bei sehr niedrigen Temperaturen reagieren. (jd)